NINE of 10
Tag 12 – Von London nach Earl Shilton
Nach zwei Pausentagen geht es heute weiter – die vorletzte Etappe.
Irgendwie stelle ich mich schon wieder auf das Schlimmste ein, denn ich vermute, dass zumindest die erste Hälfte der Strecke bis Milton Keynes nicht besonders schön werden wird.
Ich muss erstmal aus London raus – was schon eine halbe Ewigkeit dauern wird – und dann sieht es wieder nach viel Bundesstraße aus.
Und natürlich werde ich recht behalten:
Bundesstraßen und Radwege aus der Hölle.
Auch das Wetter ist wieder sehr wechselhaft, und Heinz, mein nicht ganz so heimlicher Verehrer, gibt einfach wieder alles.
Aber dann fährt es sich doch ganz gut weg.
Meine Motivation ist heute allerdings irgendwas zwischen „Ja, geht“ und „Warum mache ich das nochmal?“
Aber ich glaube, das ist langsam normal. Immerhin bin ich seit 12 Tagen unterwegs – das ist Tag 9 auf dem Rad.
Ich denke, da ist es okay, ein paar Motivationsprobleme zu haben.
Ein Tankstellen-Stopp und ein kleiner Goodie-Einkauf machen das Ganze schon deutlich besser.
Und ab Milton Keynes wird die Strecke dann auch wirklich spürbar schöner.
Allerdings merke ich auch, dass meine Nerven gerade ziemlich empfindlich auf Auto- und LKW-Lärm reagieren.
Da, wo es hier keine Radwege gibt, fahren zwar alle sehr rücksichtsvoll – sprich: sie fahren nicht nah auf –, aber überholt wird trotzdem ziemlich knapp.
Es geht auch gar nicht anders auf den schmalen Straßen.
Wenn ich merke, dass LKWs nicht an mir vorbeikommen, fahre ich einfach an die Seite und lasse sie passieren.
Angehupt werde ich tatsächlich nur zweimal – und das von DPD-Autos.
Ansonsten sind alle wirklich superfreundlich.
Und so ziehen die Kilometer ziemlich unspektakulär dahin.
Irgendwo zwischen Sonne, Regen und Autolärm finde ich meinen Weg nach Earl Shilton – ein kleiner Ort, der mir die Strecke nach Manchester teilt.
Und irgendwie klingt der Name nach Tee. ☕

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