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Tag 7 – Von Brüssel nach Roubaix
Brüssel schläft noch. Ich nicht.
Mittlerweile sitzt jeder Handgriff beim Zusammenpacken, und Wilma und ich sind in kürzester Zeit startklar. Heute steht ja eine „kurze“ Etappe an, und das Wetter ist bis jetzt super – blauer Himmel!
Wir kommen gerade mal 10 Kilometer aus Brüssel raus – zack, platt.
Klar, passiert mir sowas wieder mitten im Nirgendwo. Okay, vielleicht war das auch mit Ansage. Brüssel hat zwar Radwege, aber da liegt auch alles Mögliche drauf – und das riesige Loch habe ich einfach nicht kommen sehen.
Das hätte auch richtig schiefgehen können – also ist nur ein platter Reifen definitiv das geringste Übel.
Ich stelle Wilma ab, hole Werkzeug und Ersatzschlauch raus. Als ich das Vorderrad lösen will, merke ich: Ganz schön fest. Ich probiere es ein paar Mal – keine Chance. Das Rad sitzt bombenfest und mein Tool hat keinen richtigen Hebel, um genug Kraft aufzubringen. Läuft ja wieder super.
Und natürlich ist auch niemand auf der Straße. Die schlafen wahrscheinlich alle noch.
Also packe ich erstmal alles zusammen und laufe ein Stück in den nächsten Ort, der ehrlich gesagt ein bisschen zu ruhig ist. Nach ein paar Minuten sehe ich jemanden an einem Haus werkeln – perfekt. Vielleicht hat dort jemand Werkzeug für mich. Es stellt sich heraus, es sind Bauarbeiter und sprachlich kommen wir nicht wirklich zusammen. Zum Glück gibt’s Hände und Füße. Der "Chef" schickt seinen Kollegen los – der kommt mit dem falschen Werkzeug. Neuer Versuch. Wieder das falsche.
Sichtlich genervt geht der Chef jetzt selbst – und siehe da: genau das, was ich brauche!
Schnell ist das Rad gelöst, der Schlauch gewechselt, und endlich kann die Tour weitergehen. Ich habe alles ordentlich aus dem Reifen operiert und hoffe, das hält jetzt einfach.
Next Stop: Oudenaarde – Zentrum Ronde van Vlaanderen.
Ein Museum und Café rund um die Flandern-Rundfahrt. Was auch bedeutet: Ich fahre ein Stück der berühmten Strecke!
Und heute läuft’s richtig gut – die Beine sind gut, der Kopf auch, nur der Gegenwind... naja, aber der begleitet mich ja eh schon seit Dresden.
Das Museum? Absolut sehenswert.
Der Kaffee? Ebenfalls.
Weiter geht’s – und kurze Zeit später stehe ich am Koppenberg. Einer der berüchtigten Pflastersteinanstiege. Aber heute, mit dem ganzen Gepäck, geht’s für mich dort nicht hoch – sondern weiter zum Oude Kwaremont.
Und der wird’s.
Schöne cobbles, Steigung bis zu 11 %. Das ist mit Gepäck machbar.
Den QOM konnte ich Demi Vollering heute leider nicht abnehmen – lag natürlich nur am Gepäck. 😄
Die Strecke führt uns weiter über die Straße der Gewinner, wo alle Sieger*innen der Flandern-Rundfahrt verewigt sind.
Dann geht’s weiter Richtung Roubaix.
Im Vélodrome, wo das Rennen Paris–Roubaix endet, drehen wir noch zwei Runden – bevor es dann endlich wohlverdient ins Hotel geht. Und vor allem: ins Bett.
Heute war auf jeden Fall ein richtig guter Tag.
Trotz Platten. Trotz Gegenwind. Trotzdem: einfach stark.

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