TAG 4 Gravel-Bikepacking nach Danzig

Tag 4: Człopa nach Klesnik – 130 km und 810 Höhenmeter

Ich weiß gar nicht so recht, wo ich anfangen soll… Nach gestern war ich noch ziemlich gehypt. Die letzten Kilometer mal ausgelassen, war das nämlich ein echt guter Tag. Dass es heute nicht genauso laufen würde, war mir fast schon klar.

Als Erstes habe ich meine Route umgeplant – auf Anraten meines Hosts. Er meinte, auf der Strecke gäbe es viel Forstarbeit und Militär, und durch den Regen sei alles zerfahren und aufgeweicht. Und er sollte recht behalten. Wenn ich eins schon gelernt habe, dann: Vertraue immer den Locals. Die erzählen sowas nicht zum Spaß.


Trotzdem hatte ich noch einige Offroad-Stücke drin, einfach weil ich versucht habe, die roten Straßen zu umgehen – die machen nämlich gar keinen Spaß. Die asphaltierten Straßen waren größtenteils okay und ließen sich gut fahren, zum Glück auch mit relativ wenig Verkehr. Generell muss ich sagen: Ich bin überrascht, wie entspannt die Polen Auto fahren. Ja, sie überholen recht knapp, aber nie an ungünstigen Stellen – keiner hupt, schreit oder macht sonst irgendein Drama.

Die nicht asphaltierten Strecken waren heute entweder komplett matschig, sandig oder pure Rüttelplatten. Und was nervt mehr als Sand? Genau – diese endlosen Traktor- oder LKW-Spuren, die sich anfühlen, als würde man über ein Waschbrett fahren. Meine Hände tun so weh, dass ich kaum den Stift halten kann. Obwohl ... beides Platz 1! 


Was mir noch aufgefallen ist – und mich echt überrascht hat: Da fährst du kilometerweit durch den Wald, wo absolut nichts ist, und auf einmal stehen da zwei, drei Häuser – komplett neu oder frisch renoviert, mit top gepflegten Vorgärten. Danach wieder kilometerweit nichts. Alles super ordentlich, überhaupt kein Vergleich zu manchen Grenzregionen in Deutschland.

Insgesamt war der Tag heute echt zäh. Der Herbst ist jetzt definitiv da – die meiste Zeit war es grau und nieselig. Aber eins kann ich sagen: Ich bin sehr positiv überrascht von Polen.


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