TAG 6 & 7 Gravel-Bikepacking nach Danzig
Tag 6 & 7: Danzig und von Danzig nach Gdynia
Schön ist es hier. Und es regnet nicht. Es scheint sogar die Sonne und es ist richtig warm. Den Wetterumschwung merkt mein Körper allerdings sofort und beschwert sich erstmal mit fiesen Kopfschmerzen.
Ich ziehe mich an und suche mir etwas zum Frühstück. Am Hafen entlang – die frische Luft tut gut, und die Kopfschmerzen verziehen sich langsam.
Danzig ist wirklich sehr schön, aber auch sehr touristisch. Mir fehlt ein bisschen das richtige Leben. In der Altstadt gibt es, so würde ich es nennen, viele Restaurants, Kneipen und wirklich viele Touristen. Aber keine kleinen Shops (abgesehen von Souvenirläden) oder Cafés. Als es kurz anfängt zu regnen, strande ich in einer Mall und kaufe mir erstmal ein kurzes Oberteil. Es ist wirklich warm – tut gut nach den letzten Tagen. Es hat nur kurz geregnet, und ich schlendere noch etwas in der Sonne herum, bevor ich wieder ins Hotel gehe und früh schlafen gehe. Einfach, weil ich ziemlich müde bin.
Am nächsten Tag muss ich um 10 Uhr auschecken. Um 21 Uhr geht meine Fähre. Von Danzig nach Gdynia sind es rund 30 km.
Ich beschließe, Viktor erstmal gründlich zu putzen – der ist nämlich ziemlich dreckig. Gegen 12 Uhr mache ich mich dann auf den Weg. Ich möchte mir noch einen anderen Teil von Danzig anschauen – mit vielen Cafés, kleinen Lädchen und Bistros.
Ich werde nicht enttäuscht: Im Kawana gibt es mega leckeren Kaffee, und im Avocado Bistro eine der besten Shakshukas, die ich bisher gegessen habe. Die Gegend ist süß, aber so richtig springt der Funke nicht über. Also mache ich mich langsam auf in Richtung Gdynia.
Leider ist heute perfektes Wetter, Samstag – und Massen an Menschen unterwegs. Ehrlich gesagt wünsche ich mir zwischendurch die Ruckelpiste zurück. Das einzig Gute: die Coffee-Bikes am Weg.
In Gdynia angekommen – was mich ziemlich viele Nerven gekostet hat – finde ich am Hafen eine ruhige Bank, setze mich hin und beobachte die Schiffe, wie sie ein- und auslaufen. Ich lasse die letzten Tage Revue passieren.
Knapp 650 km bin ich durch Polen gefahren – durch Wälder, Felder, kleine Dörfer – und fünf Tage später am Meer angekommen. Das Wetter meinte es mal wieder nur so semi gut mit mir. Aber ich habe nicht aufgegeben. Ich habe neue Erfahrungen gesammelt und Neues ausprobiert.
Und jetzt, bald in Schweden, geht es weiter. Mit der ein oder anderen Radtour und vielleicht nochmal ein bisschen Bikepacken. Ich bin gerade sehr dankbar, dass ich das alles so machen kann – und gespannt auf neue Abenteuer.
Komm, lass uns ans Meer fahren.
Es muss auch nicht der kürzeste Weg sein. ♡

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