TAG 5 Gravel-Bikepacking nach Danzig

Tag 5: Klesnik nach Danzig 146 km und 1045 Höhenmeter.

Heute war wirklich alles unerwartet.
Die letzte richtige Etappe stand auf dem Plan, und nachdem gestern schon ziemlich anstrengend war, hatte ich mich entschieden, noch ein bisschen mehr auf Straße umzuplanen. Meine Hände tun immer noch weh, und die Beine haben sich auch nicht gerade frisch angefühlt. Aber little did I know, was da heute noch auf mich zukommt. Besser war’s!

Auf jeden Fall habe ich gelernt: Nur weil man bei Komoot „Rennrad“ eingibt, heißt das noch lange nicht, dass es auch eine Asphaltstraße ist. Und die gelben Straßen – auch nicht unbedingt der Knaller.


Aber zurück zu heute Morgen: Erstmal ging es 10 km zum Bäcker, um Frühstück zu holen. Da dachte ich schon: Ganz schön was los hier. Nach einer Weile tauchten dann „Radfahren verboten“-Schilder auf – mit Verweis auf einen Radweg. Turns out: feinster Schotterradweg. Fand ich jetzt gut ... Aber wenn man bedenkt, dass ich die Strecke für Rennrad geplant hatte … eher unerwartet. Genauso wie die kleinen Rampen mit 16 %. Eventuell habe ich da heute ein paar Mal geschoben.

Irgendwann war der schöne Radweg leider vorbei. Und ich durfte lernen, dass es gefühlt 100 verschiedene Arten von Kopfsteinpflaster, Betonplatten und ähnlichem gibt, die einen komplett durchschütteln können. Sand und Waschbrettpiste waren natürlich auch wieder mit dabei. Meine Motivation hat sich zwischendurch dann auch komplett verabschiedet – die hatte nämlich gar keinen Bock mehr auf den ganzen Mist. Nicht zuletzt, weil ich heute zusätzlich zu den Regensachen auch noch Handschuhe gebraucht habe.


Der letzte Tage oder Etappe ist sowieso meist besonders anstrengend – viele Kilometer stecken schon in den Beinen und man hat diverse Tage im Sattel hinter sich. Manchmal will man dann einfach nur noch ankommen. Und als wäre das alles nicht genug, wurde der Verkehr immer wilder, je näher ich nach Danzig kam.

Vielleicht war ich auch erstmal komplett lost in einer Baustelle und habe locker 30 Minuten gebraucht, um da wieder rauszufinden. Absolut chaotische Straßenführung – oder eigentlich gar keine. Ich wäre fast auf der Autobahn gelandet. Irgendwann habe ich dann aufgegeben und bin einfach über die Brücke gefahren, die noch im Bau war. Keiner der Bauarbeiter hat irgendwas gesagt. Und siehe da: Back on track – allerdings mitten im Stau und mit immer stressigerem Verkehr.

Als ich dann aber endlich in Danzig war, gab es sehr gute Radwege, und so kam ich entspannt zu meinem Hotel. Morgen werde ich die Stadt dann mal erkunden – zu Fuß.



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