Aur Gotland 3/3

Tag 3: Um Gotland 

Aus dem Bett will hier keiner so richtig. Und dabei haben wir sogar länger geschlafen. Aber es ist einfach so schön warm in unserem Zimmer. Um 8 Uhr gibt es Frühstück – und außerdem haben wir noch 110 km vor uns heute. Die werden … abenteuerlich.


Aber erstmal: Frühstück. Und was für eins! Wirklich super lecker. Diese Unterkunft ist einfach eine 12 von 10 – urig, liebevoll, einfach perfekt. Wir hätten gern noch ein bisschen länger hierbleiben können.

Los geht’s mit ziemlich viel Asphalt, denn der nächste Supermarkt ist 10 km entfernt. Danach bleibt es noch eine Weile bei Asphalt, bevor die erste Schotterstraße anfängt … und direkt wieder endet. Überflutet. Wir stehen mal wieder vor Wasser, kein Durchkommen. Also: Umplanen.


Der neue Weg ist zunächst super – bis zum ersten Gatter. Dann das nächste. Dann ein Elektrozaun. Verdammt. Wir folgen einem anderen Pfad. GPS ist hier nur noch bedingt vorhanden – und plötzlich: ein kleiner Fluss. Zurück geht jetzt nicht mehr, also: Schuhe aus und durch.
Danach wird es noch wilder. Auf der Karte nur ein dünner Strich – in der Realität praktisch kein Weg. Wir kämpfen uns durch hohes Gras und Dornenbüsche, bis wir irgendwann wieder auf einer Schotterstraße landen. Meine Güte, was war das bitte?


Es folgen wunderschöne Küstenwege, bevor es wieder in den Wald geht. Und ich ahne es schon: Der Weg wird schmaler und schmaler … bis er ganz verschwindet. Vor uns: Elektrozaun. Jungeeeeee, was ist das heute?
Also wieder durchs Unterholz schlagen. Wir sehen eine Schotterstraße – aber hinkommen? Fehlanzeige. Vor uns: Baumstämme aufgetürmt, links und rechts wieder Zäune. Uns bleibt nichts anderes übrig: Der eine klettert hoch, nimmt das erste Rad entgegen, der andere klettert hinterher und hievt das Rad auf der anderen Seite runter.

Jetzt reicht’s erstmal mit Abenteuer. Wir fahren ein Stück auf Asphalt an der Küste entlang. Einfach wunderschön. Aber je näher wir zurück nach Visby kommen, desto mehr nimmt der Verkehr zu. Nach dem letzten Supermarkt-Stopp geht es an der Hauptstraße weiter. Der Radweg ist zwar super – aber auch ziemlich langweilig.

Endlich eine Schotterstraße … aber nicht lange. Vor uns: militärisches Sperrgebiet. Durchfahrt nur freitags. Blöd, dass heute Samstag ist. Also wieder zurück und die letzten 15 km an der endlosen Hauptstraße entlang. Ein ziemlich unspektakuläres Ende für eine so schöne Tour. Aber so ist es eben.

Wieder im Hafen von Visby angekommen, denken wir beide: Ein paar Tage mehr wären auch noch schön gewesen.



Kommentare

Beliebte Posts