Tag 1 Bikepacking von Dresden nach Rom
TAG 1 Bikepacking von Dresden nach Rom
Dresden -> Karlsbad
Alles ist fertig gepackt geschlafen habe ich gut... Und jetzt? Wo ist eigentlich meine Vorfreude? Irgendwie sind da ganz schön viele Zweifel. Habe ich zu viel Gepäck? Ist es alles zu schwer für mich?
Immerhin hatte Viktor gestern beim Wiegen 28 Kilo. Hätte ich noch etwas auspacken können? Eigentlich nicht. Immerhin bin ich fast vier Wochen unterwegs. Aber eigentlich ist es auch an irgendeinem Punkt komplett egal ob man eine oder zehn Wochen unterwegs ist. Es wird nicht mehr oder weniger Gepäck. Jetzt habe ich auch noch einen Beutel mit Regen und dicken Sachen dabei weil das Wetter so naja sagen wir es mal schwierig angesagt ist.
Ich hänge gerade da und komme nicht in die Puschen. Eigentlich ist auch nur die Etappe heute "schlimm" 145 km mit 2010 Höhenmetern. Aber was heißt schlimm. Ich bin auch schon schlimmere Sachen gefahren. Aber nicht mit einem fast 30 Kilo Rad. Aber du wolltest doch Zelten, Judy! Hmm...
Okay dann mal los. Die Kilometer schleichen so vor sich hin und ich komme heute auch überhaupt nicht in meinen Rhythmus. Der Gegenwind ballert auch wieder ordentlich und wie Svenja sagen würde: es ist Magnetboden. Man kommt einfach nicht vorwärts.
Aber ey... Es regnet nicht!
Also kämpfe ich so vor mich hin und schiebe Viktor die ein oder andere Rampe mit eindeutig zu viel Prozent hoch.
Also echt mal ... ihr wollt mir doch nicht erzählen dass ihr da damals mit euren Pferdekarren hoch gekommen seid... Wer baut sowas?
Aber okay ich gebe zu, die Strecke ist wirklich schön. Auch wenn es eine Frechheit ist, sich eine gut asphaltierte Straße nach oben zu quälen um oben zu sehen dass der Weg nach unten maximal unbefahrbarer Schotter ist.
In Kalek fahre - nein halt- will ich über die Grenze nach Tschechien fahren. Aber da ist gerade einfach nur ein Graben. Die einzige Kreuzung die es dort gibt, gibt ist gerade nicht. Die Umleitung beschert mir noch mal 5 km über Plattenwege und durch den Wald mit gefühlten 1000 Höhenmetern.
Aber klar baggern wir einfach mal die einzige Kreuzung weg die es so gibt, logisch.
Ich halte an einem kleinen Kiosk und checke noch mal die Wetter-App. Sieht gar nicht mal so gut aus was da kommt. Viele Möglichkeiten gibt es jetzt auch nicht. Stornieren und in die nächste Stadt um mit dem Zug nach Karlsbad fahren. Oder sich noch mal 50 km mit 400 Höhenmeter quälen und in das Unwetter kommen? Ehrlich gesagt muss ich da jetzt nicht so viel überlegen und schwupps sitze ich in Chomutov im Zug.
Leider habe ich eine Unterkunft vor Karlsbad gebucht und muss noch einmal 12 km zurückfahren. Aber auch hier, die Strecke einfach mega schön. Was auch noch schön gewesen wäre, wäre wenn die Geschäfte auf dem Weg länger als 19 Uhr aufgehabt hätten. Der Zug kam 19: 30 Uhr an.
Heute gibt's dann Salzstangen zum Abendbrot, denke ich mir als ich den Türcode an der Unterkunft eingebe. Und genau in diesem Moment fängt es an zu regnen und zu gewittern.
Mit Planänderung waren es dann 122 km / 1578 hm

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