Tag 5 Bikepacking von Dresden nach Rom

Tag 5 Bikepacking von Dresden nach Rom 

Garmisch-Partenkirchen -> Innsbruck 

Gut durchgetrocknet und erholt geht es um 8 Uhr wieder aufs Rad. Heute steht nur eine kurze Etappe mit 65 km an — dafür aber mit 700-irgendwas Höhenmetern. Und das Wetter ist gut.
Die Landschaft ist unglaublich schön. 


Richtig schöne Straßen zum Graveln. Ich stelle mal wieder fest: Ich liebe es doch ein bisschen, in den Bergen zu sein. Und ein bisschen mag ich es auch, mich diese Berge hinaufzuquälen.
Aber bei 14 % auf Schotter mit meinem Dickbert ist eher Schieben angesagt. Hier dreht einfach alles durch. Das ist auch vollkommen okay.
Es geht eigentlich die ganze Zeit nur nach oben. Mal mit mehr, mal mit weniger Prozenten — und natürlich auch immer mit Gegenwind.
Aber nach 45 km ist es geschafft und ab jetzt geht es knapp 10 km bergab und dann noch mal 10 km flach am Inn entlang.
Nach den ganzen Höhenmetern freut man sich ja auf eine schöne Abfahrt.
Das sieht die Abfahrt allerdings nicht so.
Steil. Steiler. Okay, ich steige ab.

Um fair zu sein: Ich wurde vorgewarnt und wusste, dass es so werden wird, wenn man über Zirl reinfährt. Es gibt dort eine Straße, die für Radfahrer, LKWs beziehungsweise große Autos gesperrt ist, weil es einfach zu arg ist. Diese Nebenstrecke durch den Wald darf man fahren — aber die hat es in sich.
Teilweise bis zu 20 % Gefälle auf Schotter. Mit dem Gepäck nicht fahrbar — aber rutschbar.
Also: Abfahrt runter-rutsch-brems-lauf-irgendwas kann auch von der To-do-Liste gestrichen werden.
Nachdem das überstanden ist, rollt es mit heftigem Gegenwind nach Innsbruck. Hier darf ich in der Ferienwohnung einer Freundin bleiben und wollte eigentlich einen Pausentag machen, bevor es über den Brenner geht.
So der Plan.


Aber ich ende mit einem Zugticket in der Hand.
Das Wetter wird einfach zu schlecht. Das heißt: Morgen geht es mit dem Zug bis Trento. Langsam bin ich echt genervt. Eigentlich wollte ich unbedingt über den Brenner fahren, aber ja … ja … die gleiche Leier wieder. Das Wetter und so.
Aber dann nutzen wir diesen Tag eben als Transfer. Viktor muss sowieso in einen Radladen — die Schaltung macht Probleme.
Ich akzeptiere das jetzt einfach und verbringe einen schönen Nachmittag und Abend hier. Mit guten Gesprächen, Insider-Infos zur Stadt und leckerem Essen.
Und ist es nicht genau das, worauf es ankommt … eine gute Zeit zu haben?
Und der Brenner?
Der ist auch nächstes Jahr noch da.


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