Tag 6 & 7 Bikepacking von Dresden nach Rom
TAG 6 & 7
Innsbruck -> Trento -> Mantua
We call it a day.
Viktor muss in die Werkstatt und ich habe Halsschmerzen. Toll. Keine fünf Tage unterwegs und wir haben beide schon Wehwehchen. Das kann ja nur noch besser werden.
Es regnet und es ist kalt. Immer noch etwas traurig bin ich auch. So bringt das alles nichts. Wenn ich richtig krank werde, ist die ganze Reise hin.
Anyways. Erstmal zum Radladen.
Ich hatte zwar schon selbst versucht, die Schaltung nachzustellen, aber so richtig gut geworden ist es nicht. Besser ja — aber nicht „noch 1000 km damit fahren“-gut.
Nach zehn Minuten war die Sache dann auch vom Tisch und Viktor schaltet wieder reibungslos. Ein Hoch auf die Profis in ihrem Handwerk.
Da jetzt auch noch genug Zeit ist, bis mein Zug fährt, springe ich noch mal ins Sportgeschäft und upgrade Viktors Seitentaschen. Diese Amazon-Teile sind einfach nur schlimm und nicht richtig dicht. Aber so ist das, wenn man alles auf den letzten Drücker macht. Es ist also eine Investition in die nächsten Tage und Wochen.
Später verabschiede ich mich von Monika und ihrer Gastfreundschaft und mache mich auf zum Zug. Jetzt sitze ich hier, fahre durch den Regen — manchmal sieht es sogar wie Schneeregen aus — und bin immer noch ein wenig geknickt.
Dann eben nächstes Jahr die Alpenquerung.
Es ist schon absurd, wie man trotz dieses Wetters und obwohl man leicht kränkelt trotzdem noch denkt: Vielleicht hätte ich es doch fahren können …
In Trento habe ich mir noch mal eine Unterkunft genommen, um nicht noch schlimmer krank zu werden. Es gab Ingwer und Tee in Massen und als ich heute Morgen aufgewacht bin: zwar grau und verregnet, aber die Halsschmerzen sind weg und ich fühle mich viel besser.
Also alles zusammenpacken, anziehen und dann geht es los.
Eigentlich sollte meine Route über Parma gehen, aber da das Wetter in diese Richtung nicht so gut aussieht und mein Plan jetzt sowieso hin ist, geht es Richtung Mantua.
Mein neuer Plan ist nämlich, die Regenlücken zu finden. Und mittlerweile kann ich Wetterkarten ganz gut lesen.
Allerdings geht es trotzdem erstmal im Regen los …
Aber es soll besser werden.
Ich fahre auf dem EV7 (EuroVelo 7), auch Sun Route genannt.
Ganz mein Humor.
Aufgrund des Wetters bin ich auch wieder hauptsächlich auf befestigte Wege beziehungsweise Allroad umgestiegen. Durch Matsch kämpfen mag einfach niemand.
Und tatsächlich: Es wird langsam besser. Irgendwann zieht es dann komplett auf und der Himmel ist strahlend blau. Die Sonne scheint und es rollt bis auf zwei kleine Anstiege einfach vor sich hin.
Meine Laune ist top und ich werde ein Stück von zwei älteren Herren auf E-Bikes begleitet. Sie bikepacken zum Gardasee. Wir unterhalten uns ein bisschen, bevor sich unsere Wege wieder trennen.
Am unteren Ende des Gardasees fahre ich durch eine kleine Stadt und es ist die Hölle los. Ich mache schnell ein Foto von Viktor und sehe zu, dass ich schnell wieder wegkomme.
Ein Stück weiter sehe ich einen Eiswagen.
Das ist meine Chance.
Mein erstes Gelato in Italien.
Und nach dem ganzen Regen und schlechten Wetter war es umso besser.
Super happy geht es auf die letzten Kilometer. Zu mir gesellt sich Elias. Er bikepackt von Tirol nach irgendwohin in Italien, aber heute auch bis Mantua. Wir fahren das letzte Stück gemeinsam, bevor es für ihn auf den Zeltplatz und für mich zu Ermana ins B&B geht.
Ermana ist die Gastgeberin und so eine süße, herzliche Frau. Sie hat mir extra das große Zimmer im Erdgeschoss gegeben, damit ich Viktor mit ins Zimmer nehmen kann.
Und das Frühstück am nächsten Morgen …
Unglaublich lecker.
Ich darf sogar noch zwei Cornettos mitnehmen.
Die waren einfach zu gut.
151 km / 651 hm

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