Tag 10 - 12 Bikepacking von Dresden nach Rom
Tag 10–12
Pistoia nach Campiglia Marittima
Es regnet.
Nein, es regnet so richtig.
Zwischendurch hagelt es auch.
Ich habe mir spontan in Pistoia eine Ferienwohnung gemietet und mache jetzt hier zwei Tage Pause. Eigentlich wollte ich noch über Lucca und Massa fahren, aber das fällt jetzt im wahrsten Sinne des Wortes ins Wasser.
Bis zum Start des Tuscany Trails habe ich zum Glück noch etwas zeitlichen Puffer. Also nutze ich die Zeit hier, um schon ein bisschen zu recovern.
Und es regnet, stürmt und gewittert wirklich die ganze Zeit.
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Endlich ist das Wetter besser.
Das Timing passt und es kann weitergehen.
Heute fahre ich von Pistoia zum Ausgangspunkt des Tuscany Trails nach Campiglia Marittima. Was irgendwie nach einem Ort am Meer klingt, aber gar nicht mal so nah am Meer dran ist.
Es startet mit kleinen, süßen Straßen, bevor es auf den Schotter geht. Und ich hätte die ersten Pfützen mal ernst nehmen sollen, denn das sind nur die Vorboten von dem, was noch auf mich zukommen wird.
Aber erstmal wird ein Feldweg zur halben Dschungeldurchquerung und dann merkt man schnell, dass der Regen sehr präsent war.
Die Wege sind praktisch komplett aufgelöst. Es ist schlammig oder einfach nur richtig überflutet.
Aber so ein wirkliches Zurück gibt es nicht. Das wären über 20 km Umweg und auf der Karte sind es theoretisch nur noch zwei bis zur nächsten befestigten Straße.
Ich denke mir: Jetzt habe ich einen großen Teil davon schon geschafft. Wird schon gehen.
Ja, ging auch.
Hat halt nur knapp zwei Stunden gebraucht und Viktor und ich sehen aus wie Sau.
Rückblickend betrachtet hätte ich den Umweg nehmen sollen.
Aber jetzt ist es halt auch vorbei.
Zum Glück wird es dann besser. Die Wege trocknen und es geht über schöne Schotterstraßen, die sich durch grünes Land schlängeln.
Das ist schon ganz schön schön hier.
Aber da kommt auch schon wieder eine schwarze Regenwolke ...
Die hat heute zum Glück keine Lust, sich über mir abzuregnen.
Irgendwann komme ich dann ans Meer und es geht ein Stück an der Küste entlang. Ganz kurz überlege ich, ins Meer zu springen, aber dafür ist es mir dann doch zu kalt.
Die letzten Kilometer sind leider wieder richtig nervig. Es geht an super schlechten Landstraßen mit viel Verkehr entlang.
Aber was muss, das muss.
Ein letzter Anstieg und dann komme ich am Zeltplatz an.
Geschafft.
Jetzt noch einen Tag die Beine ausruhen, bevor es auf den Tuscany Trail geht.
Das Wetter sieht schon mal gut aus. Hoffen wir, dass es auch so bleibt.
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Ein Tag in Campiglia Marittima.
Jetzt geht es erstmal daran, alles zu sortieren und sich seelisch und moralisch vorzubereiten.
Obwohl, so schlimm ist es eigentlich nicht. Ich freue mich schon richtig.
Nur bei dem Gedanken an Viktors Gewicht wird mir ein bisschen mulmig.
Ich muss mal schauen, wie viel ich den Kumpel noch abspecken kann, denn hier auf dem Zeltplatz gibt es die Möglichkeit, eine Tasche für die Zeit auf dem Trail zu lagern.
Also packe ich ein und aus und sortiere und schaffe es dann tatsächlich, alles so zu packen, dass ich ohne die Seitentaschen fahren kann.
Ich habe dann hinten in meiner Tasche nur das Zelt und einmal Wechselsachen.
Also haben wir uns von 29 kg auf, ich würde sagen, ungefähr 24 kg runtergearbeitet.
Besser als nichts.
Den Rest des Tages nutze ich, um mir die Altstadt von Campiglia anzusehen. Ein wirklich schönes kleines mittelalterliches Städtchen.
Die restliche Zeit verbringe ich einfach auf dem Zeltplatz, schreibe den Blog weiter und suche das Internet.
Der Empfang hier ist nämlich irgendwie nicht vorhanden.
Den einzigen WLAN-Spot gibt es beim Restaurant, wo sich gefühlt auch der halbe Zeltplatz aufhält.
Am Abend bringe ich meine Tasche zur Rezeption und bereite alles für den nächsten Tag vor.

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